Forwarddarlehen Kosten und Konditionen

Durch das derzeit günstige Zinsniveau überlegen nicht wenige Kreditnehmer, bereits vor Ablauf der Zinsbindungsfrist für ihre Immobileinfinanzierung sich den günstigen Zinssatz durch ein Forward-Darlehen abzusichern. Das kann neuerdings bis zu fünf Jahre im Voraus geschehen, was allerdings wegen der langen Zeitspanne bis zum tatsächlichen Beginn der Anschlussfinanzierung mit Vorsicht zu genießen ist, denn niemand kann seriös die Zinsentwicklung für die Zukunft vorhersagen. Und sollte der Zins sich nicht wie gewünscht entwickeln, dann ist das Forwarddarlehen unter Umständen teurer als es die Anschlussfinanzierung geworden wäre.

Denn ein Forwarddarlehen ist nicht umsonst; vielmehr erheben die Banken für die „erkaufte“ Zinssicherung einen Zinsaufschlag, der sich vor allem danach richtet, wie weit im Voraus das Darlehen abgeschlossen wurde. Üblich sind derzeit 0,01 bis 0,04 Prozent pro Monat. Das können bei einer Vorlaufzeit von 48 Monaten und einem Zinsaufschlag von nur 0,02 % schon 0,96 % bedeuten, die der Kreditnehmer im übrigen während der gesamten Zeit der Zinsbindung für seine Anschlussfinanzierung bezahlen muss. Bei einer relativ kurzen Vorlaufzeit von unter 12 Monaten gibt es jedoch auch Banken, die auf einen Zinsaufschlag gänzlich verzichten. Im strengen Sinne sind das aber keine Forwarddarlehen, sondern eher Abrufkredite mit einer Zinsfreistellung. Dennoch lohnt sich für den Kreditnehmer auf alle Fälle ein vorheriger Vergleich der Forwarddarlehen Konditionen.

Nicht ganz außer Acht gelassen werden sollten in dem Zusammenhang auch die Nebenkosten eines Forwarddarlehens, sollte der Kreditnehmer dieses bei einem anderen Kreditnehmer abschließen und somit auch die Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank abschließen wollen. Hier fallen für die Abtretung der Grundschuld an den neuen Gläubiger Kosten für Notar und Grundbuchamt an, die ca. 0,5 % der Grundschuldshöhe betragen.